Man könnte meinen, ein neuer Bodenbelag sei erst einmal nur eine gute Nachricht. Heller, moderner, ein schönes neues Ladenbild. Und das stimmt auch – nur eben nicht die ganze Geschichte.
Bei einem unserer Kunden, einem Lebensmittelmarkt, wurde der Boden modernisiert: helle strukturierte Keramikfliese. Wir haben zunächst weitergereinigt wie bisher – warum auch nicht, das Verfahren hatte schließlich jahrelang funktioniert. Und dann mussten wir feststellen: Es reicht nicht mehr. Das Ergebnis war nicht mehr das, was wir uns selbst abverlangen.
Das zuzugeben, ist eigentlich der unspektakulärste Teil dieser Geschichte. Aber genau darin steckt etwas, das uns wichtig ist: Ein neuer Boden verändert die Ausgangslage. Struktur, Oberfläche, Materialverhalten – all das reagiert anders auf ein eingespieltes Reinigungsverfahren. Wer das ignoriert, reinigt zwar weiter, aber nicht mehr richtig.
Also haben wir uns die Sache genauer angeschaut. Unsere Gebäudereinigungsmeisterin war vor Ort, hat sich den Boden angesehen, mit dem Kunden gesprochen, und gemeinsam haben wir überlegt, was sich ändern muss. Keine große Ankündigung, kein Verkaufsgespräch – einfach die ehrliche Feststellung: So, wie es gerade läuft, passt es nicht mehr, lassen Sie uns das anpassen.
Wir haben eine Probereinigung vorgeschlagen. Der Markt arbeitet bereits mit einem Schrubbsaugautomaten, das war schon mal die richtige Basis. Verändert haben wir das Pad – Umstellung auf ein Melamin-Juli-Pad – und zusätzlich ein neues Reinigungsmittel eingesetzt, in einer 1-prozentigen Lösung, wie es die Herstellerangaben vorsehen. Aufgetragen haben wir die Lösung manuell, zehn Minuten einwirken lassen, dann mit dem Automaten abgefahren. Das Produkt ließe sich auch automatisch dosieren – für den Test war uns die manuelle Kontrolle aber lieber.
Der Unterschied war dann tatsächlich sichtbar. Auf dem einen Bild sieht man die Spuren, die die veränderte Oberfläche mit dem alten Verfahren hinterlassen hat. Auf dem anderen das Ergebnis nach der Testreinigung – deutlich ruhiger, gleichmäßiger, so, wie es sein sollte.
Unsere Empfehlung an den Kunden ist erst einmal ganz pragmatisch: Dabei bleiben, bis sich der Boden „eingelaufen“ hat. Und dann neu schauen, ob es noch etwas anzupassen gibt.
Was uns an dieser Geschichte wichtig ist: Sie hat keinen großen Heldenmoment. Es gab einen Punkt, an dem etwas nicht funktioniert hat, und wir haben reagiert – im Gespräch mit dem Kunden, nicht über seinen Kopf hinweg. Genau das verstehen wir unter Zusammenarbeit. Nicht: einmal ein Konzept aufsetzen und dann nie wieder hinschauen. Sondern: dranbleiben, nachjustieren, gemeinsam weiterentwickeln, wenn sich etwas verändert.
Und eigentlich gilt das nicht nur für Böden. Ein neuer Belag, eine neue Oberfläche, ein umgebauter Bereich, eine andere Nutzung – was sich baulich oder organisatorisch ändert, wirkt sich fast immer auch auf die Reinigung aus. Deshalb sagen wir das auch offen: Wenn bei Ihnen etwas ansteht, und sei es „nur“ ein neuer Boden in einer Ecke – sprechen Sie uns frühzeitig an. Nicht, weil wir mitreden wollen, sondern weil sich vieles einfacher lösen lässt, bevor es zum Problem wird.
Vielleicht ist das nicht besonders spektakulär. Aber es ist ehrlich, und es funktioniert.